Als unser Sohn 3 Jahre alt war, begaben wir uns auf einen
langen frustrierenden Marsch durch die Instanzen. Als wir
1996 die Diagnose: ADS bekamen, konnten wir mit dem Begriff
nichts anfangen. Als ich anfing mich zu informieren, kam mir
der Gedanke: Es gibt so viele, warum tut keiner etwas? Ich
fing an in meiner Umgebung, Eltern mit Kindern, die Probleme
haben anzusprechen. Eine Mutter machte den Vorschlag: Treffen
für gestresste Eltern. Also ging es los. Das erste Treffen:
Monika und Susanne! Aber wir blieben hart.
In den Gesprächen ein offenes Ohr für die Probleme
der Leidensgenossen zu haben, schafft schnell die Erkenntnis,
dass der eigene Fall nicht die Ausnahme ist. Das Wissen um
die Krankheit befreit von dem aufgestauten Frust, von Enttäuschungen
aber das eigene Schicksal und entlastet von dem Vorwurf des
Erziehungsversagen. Endlich mit seinen Problemen verstanden
zu werden, das baut das angeknackste Selbstwertgefühl
wieder auf. Jeder einzelne Gesprächspartner in der Gruppe
wird so aber Jahre hinweg zum Therapeuten des anderen.
Zur Zeit haben wir eine Telefonliste, auf der ca. 30 Familien
stehen. Eine feste Gruppe mit ca. 13 Eltern kommen häufiger.
Unsere Treffen finden jeden dritten Donnerstag im Monat in
der Gaststätte Hülsmann in Rodenkirchen statt. Wir
treffen uns aber nicht in der Gaststube, sondern im sogenannten
Oma Zimmer (Omasofa etc.).
Es gibt kein festes Programm. Wir freuen uns über jeden
der teilnehmen möchte. Wir wollen auf das Thema ADHS
aufmerksam machen, damit unseren Kindern mehr Verständnis
entgegen gebracht wird.
1999 habe ich Kontakt zu der Gruppe in Nordenham aufgenommen.
Seit dem halten wir Kontakt und planen einige Veranstaltungen
zusammen. Mit der SHG Hypies aus Oldenburg und dem Kinderzentrum
(Kinderärztin Frau Heinrich) haben wir einen Vortrag
mit Cordula Neuhaus organisiert. Zur Zeit planen wir neue
Vorträge, gemeinsame mit unseren Kindern Unternehmungen
(Kegeln etc.).
Im Februar-März 2002 waren mein Sohn und ich zu einer
Schwerpunkt-Kur in Plön. Dort habe ich festgestellt wie
gut wir mit unserem Sohn betreut sind, dass wir auf dem richtigen
Weg sind, mein Wissen anderen geholfen hat. Die Kinder unter
sich haben zu ihren Eltern gesagt:
Wir sind alle gleich, wir haben fast alle das gleiche
und hier wird keiner ausgegrenzt!!!
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